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TVN jubelt nach deutlichem Derby-Sieg

Geschrieben von Jürgen Steffens Montag, den 16. Januar 2012 um 17:54 Uhr

NWZ vom 16.01.12

Handball Neerstedt gewinnt Oberliga-Duell gegen TSG Hatten-Sandkrug mit 31:19 (15:11)



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Kaum zu halten: Malte Kasper (Mitte) steuerte vier Tore zum Sieg des TVN bei. BILD: DÖRTE EILERS

Splitter und Statistiken zum Landkreis-Derby

Die TSG scheiterte wiederholt am starken Torhüter Sawicki. Trainer Sohl sah eine „katastrophale Leistung“ seiner Schlussmänner.


VON BJÖRN BUSKE

NeerstedtDerbysiege schmecken bekanntlich besonders süß. Ihr deutlicher 31:19-Sieg gegen den Oberliga- und Landkreisrivalen TSG Hatten-Sandkrug am Sonnabend muss den Handballern des TV Neerstedt wie reiner Zucker vorgekommen sein.

„Heute lief es echt sehr gut. Ich hätte nicht gedacht, dass es so deutlich wird“, berichtete ein überglücklicher Andre Willmann, mit acht Toren bester Werfer seiner Mannschaft, und lieferte auch gleich noch die Erklärung mit: „Wir waren alle richtig heiß auf das Derby.“

Doch von vorne: Neerstedt ging von Beginn an entschlossener zur Sache und so fanden bereits in der Anfangsphase viele Würfe ihr Ziel, den Kasten von TSG-Tormann Christoph Kuper. Nach sieben Minuten hatte sich der TVN mit 6:2 schon leicht abgesetzt. Man merkte, dass Feuer in der Partie war, denn das Schiedsrichtergespann Tobias und Oliver Bunselmeyer von der HSG Varel-Friesland musste schon früh im Spiel einige Ermahnungen und gelbe Karten verteilen.

TVN-Deckung standfest
In der 13. Minute nahm TSG-Trainer Henning Sohl die Auszeit für seine Mannschaft, die mehrfach mit den Entscheidungen der Unparteiischen haderte. Doch auch danach rannten sich seine Spieler oft in der Neerstedter Deckung fest und kamen nur zu wenigen Abschlüssen. Mit einem verwandelten Siebenmeter nach einem durch Foulspiel unterbundenen Tempogegenstoß erhöhte Neerstedts Tim Schulenberg auf 12:8 (22.). Zum Ende der ersten Halbzeit wurde die TSG Hatten-Sandkrug stärker und warf, meist in Person von Björn Schilke, jetzt häufiger auf das gegnerische Tor. Dort wartete jedoch mit Olaf Sawicki ein starker Torhüter, der seine Vorderleute nicht nur lautstark dirigierte, sondern auch selbst mit insgesamt 20 Paraden glänzte. Auch dank seiner Leistung ging der TVN mit einem 15:11-Vorsprung in die Pause.

In der entschloss sich Sohl für einen Wechsel im Kasten: Für Christoph Kuper stand fortan Jan-Peter Steffens zwischen den Pfosten der TSG. Hatten-Sandkrug wurde zunächst aktiver in der Offensive, scheiterte aber wiederholt an Sawicki oder traf, wie Mirko Menkens, nur das Außennetz (34.). Das wusste Neerstedt für sich zu nutzen und zog mit leichten Toren nach Tempogegenstößen bis auf 21:12 (38.) davon.

Die Partie wurde nun härter. Das gute Schiedsrichtergespann reagierte mit einigen Zeitstrafen, um dies zu unterbinden. In dieser Phase nahm Sohl erneut ein Time-out und dieses Mal schien es positive Wirkung zu zeigen: Seine Mannschaft kam etwas besser auf, verkürzte bis auf 16:24 (48.). Allerdings sahen die Sandkruger zu diesem Zeitpunkt wohl auch schon, dass es für ein „Wunder von Neerstedt“ nicht mehr reichen würde. Nach kurzer Verschnaufpause drehte der TVN nämlich wieder auf und konnte durch mehrere Treffer des in dieser Phase starken Andre Willmann, den Abstand auf zehn Tore – 28:18 – ausbauen (55.).

Sawicki tanzt vor Freude
In der 56. Minute dann ein kurzer Schockmoment für die TSG Hatten-Sandkrug: Bei einem schnellen Gegenstoß verletzte sich TSG-Kreisläufer Boris Bruns ohne Fremdeinwirkung am Knie und musste nach kurzer Behandlung mit Hilfe von zwei Mannschaftskollegen vom Platz humpeln. Von der Bank aus musste er zusehen, wie TVN-Torhüter Sawicki in Sekundenbruchteilen gleich zweimal hervorragend hielt (58.) und danach schon zu einem kleinen Freudentänzchen ansetzte. Für den Schlusspunkt in einem schnell und hart geführten Landkreis-Derby sorgte schließlich 40 Sekunden vor der Schlusssirene Ole Goyert mit seinem Treffer zum 31:19-Endstand.

Publikum: Lautstark feuerten die Fans in der nicht ganz ausverkauften Neerstedter Sporthalle ihre Mannschaften an. Die zahlenmäßige und akustische Überlegenheit hatten wegen des Heimvorteils aber eindeutig die Neerstedter Anhänger, die ihr Team auch in den seltenen Schwächephasen weiter nach vorne trieben.Unparteiische: Das Schiedsrichtergespann Tobias und Oliver Bunselmeyer von der HSG Varel-Friesland überzeugte mit souveränen Entscheidungen in einer teilweise hitzigen Partie und ließ sich von Trainern sowie Ersatzbank nicht aus der Ruhe bringen.Tabelle: Vor dem Landkreisderby belegte der gastgebende TV Neerstedt in der Handball-Oberliga Nordsee den sechsten Platz. Mit dem Sieg schiebt sich die Mannschaft von Trainer Dag Rieken vorerst auf den vierten Rang, kann aber noch vom TV Bissendorf-Holte eingeholt werden, der ein Spiel weniger auf dem Konto hat. Die TSG Hatten-Sandkrug verbleibt nach der Niederlage im Landkreis-Vergleich weiter auf Tabellenplatz neun.

Aufstellungen: TV Neerstedt: Olaf Sawicki, Andre Hoffmann – Thomas Schützmann (4), Ninos Chabo, Malte Grotelüschen (1), Andre Willmann (8), Bastian Carsten-Frerichs (3), Tim Schulenberg (6/3), Stefan Timmermann, Eike Kolpack (3), Malte Kasper (4), Ole Goyert (1), Andres Müller, Philipp Freese (1).

TSG Hatten-Sandkrug: Christoph Kuper, Jan-Peter Steffens – Simon Carstens (1), Marco Kirschen, Fabian Knieling, Sebastian Rabe (2), Börge Wenholz, Mirko Menkens (1), Torben Kolpack (1), Marco Hoffmann, Alexander Stein, Björn Schilke (9/2), Robert Langner (3), Boris Bruns (2). Zeitstrafen: TVN 7, TSG 7 SIebenmeter: TVN 4/3, TSG 5/2

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